Automatisierungstechnik – SPS & Robotik (AZAV)
SPS und Robotik als durchgängige Gesamtmaßnahme
In dieser AZAV-zertifizierten Weiterbildung lernst du Automatisierungstechnik ganzheitlich.
Du verbindest SPS-Programmierung und Robotik zu einem durchgängigen Automatisierungssystem – von der Steuerungslogik über Bewegungsabläufe bis zur Inbetriebnahme automatisierter Anlagen.
Der Kurs kombiniert SPS-Programmierung, Robotik und praxisnahe Projektarbeit und bereitet dich gezielt auf Aufgaben in Industrie, Produktion, Instandhaltung und Inbetriebnahme vor.
Die Inhalte des Robotikmoduls entsprechen dem Schwerpunkt der eigenständigen Robotik-Weiterbildung und werden in der Gesamtmaßnahme gezielt mit SPS-Logik, Anlagensteuerung und Systemintegration verbunden.
Aufbau der Gesamtmaßnahme
Die Weiterbildung besteht aus zwei inhaltlich aufeinander abgestimmten Modulen mit jeweils 6 Wochen (gesamt 12 Wochen) Dauer, sowie einer integrierten Praxisphase.
Modul 1 – SPS & Automatisierungstechnik (6 Wochen)
Im ersten Modul entwickelst du ein fundiertes Verständnis für SPS-Programmierung und industrielle Automatisierungstechnik. Du lernst, wie Signale, Sensoren, Aktoren, Datenstrukturen und Steuerungsprogramme zusammenwirken und wie daraus nachvollziehbare, wartbare und wiederverwendbare Automatisierungslösungen entstehen.
Der Schwerpunkt liegt auf der praktischen Arbeit im TIA Portal. Von der Hardwarekonfiguration und Signalverarbeitung über strukturierte Programmierung nach IEC-Grundsätzen bis zu Ablaufsteuerungen, Diagnose, HMI-Simulation und virtueller Inbetriebnahme bearbeitest du typische Aufgaben aus dem industriellen Umfeld.
Inhalte unter anderem:
- Grundlagen der Automatisierungstechnik und industrieller Steuerungssysteme
- Technische Abläufe verstehen sowie Stromlauf- und Schaltpläne lesen
- Hardwarekonfiguration von Siemens-SPS-Systemen im TIA Portal – aktuell V21
- Aufbau und Funktionsweise von CPU, Ein- und Ausgangsbaugruppen sowie dezentraler Peripherie
- Digitale und analoge Ein- und Ausgänge erfassen, verarbeiten und ausgeben
- Sensorik, Aktorik und Signalverarbeitung in automatisierten Anlagen
- Grundlagen der SPS-Programmierung nach IEC 61131-3
- Programmierung mit FUP, SCL und S7-GRAPH
- Boolesche Logik, Verriegelungen, Freigaben und Betriebsarten
- Zeitglieder, Flankenauswertung, Zähler und speichernde Funktionen
- Schrittketten, Transitionen, Alternativzweige und parallele Abläufe
- Supervision, Interlocks und kontrollierte Fehlerreaktionen in Ablaufsteuerungen
- Strukturierte Programmierung mit FCs, FBs und Instanz-Datenbausteinen
- UDTs und strukturierte Datenmodelle für Anlagen, Motoren, Sensoren und Bedienfunktionen
- Symbolische Programmierung und übersichtliche Zuordnung von Ein- und Ausgängen
- Aufbau eines CEM-Netzwerks als zentrale Steuerungs- und Freigabeebene
- Verknüpfung von Betriebsarten, Grundstellung, Interlocks, Fehlerzuständen und Ausgangsfreigaben
- Aufbau wiederverwendbarer Steuerungsbausteine für Hand-, Automatik- und Grundstellungsbetrieb
- Verarbeitung analoger Werte mit Normierung, Skalierung und Grenzwertüberwachung
- Grundlagen der HMI-Projektierung mit simulierten Bedien- und Anzeigeelementen
- Datenaustausch zwischen SPS, HMI-Datenbausteinen und Visualisierung
- Simulation von Comfort- und Unified-Funktionen im TIA Portal
- Anlagensimulation und virtuelle Inbetriebnahme mit Factory I/O
- Beobachten, Testen und kontrolliertes Inbetriebnehmen von Steuerungsprogrammen
- Fehlersuche, Diagnose und systematische Analyse von Programm- und Anlagenzuständen
Ergebnis des Moduls: Du kannst SPS-Programme strukturiert nach IEC-Grundsätzen erstellen, bestehende Programme analysieren und automatisierte Abläufe schrittweise entwickeln, simulieren und diagnostizieren. Du verstehst das Zusammenspiel von Hardware, Software, Datenstrukturen, HMI und Prozess und kannst Steuerungsfunktionen für industrielle Anwendungen nachvollziehbar aufbauen.
Ausführliche Informationen zu Inhalten, Ablauf und Förderung findest du auf der Seite zur Weiterbildung Automatisierungstechnik Modul SPS
Modul 2 – Robotik & automatisierte Anlagen (6 Wochen)
Im zweiten Modul steht die Programmierung, Simulation und Integration von Industrierobotern im Mittelpunkt. Die Inhalte knüpfen an das SPS-Verständnis aus Modul 1 an und erweitern dieses um Bewegungsprogrammierung, Anlagenkommunikation, Vision-Anwendungen und die praktische Umsetzung an realen Robotersystemen.
Nach der Onlinephase mit Simulation und Offline-Programmierung überträgst du die erarbeiteten Abläufe auf zwei reale KUKA-Roboterzellen. Dabei lernst du sowohl eine Zelle mit KRC4-Steuerung und KSS 8.7 als auch eine aktuelle Zelle mit KRC5, KSS 9.3.3 und iiQWorks kennen. So arbeitest du mit unterschiedlichen Steuerungs- und Softwaregenerationen und kannst deren Bedienung, Programmierung und Systemlogik direkt vergleichen.
Inhalte unter anderem:
- Grundlagen und weiterführende Anwendungen der Industrierobotik
- Aufbau, Komponenten und Kinematik von Robotersystemen
- Koordinatensysteme, Werkzeug- und Basiskalibrierung
- Roboterbewegungen mit PTP, LIN, CIRC und SPLINE
- Approach- und Depart-Bewegungen sowie sichere Bahnplanung
- Ablauf-, Bewegungs- und Programmlogik
- Unterprogramme, Schleifen, Bedingungen und strukturierte Roboterprogramme
- Digitale Ein- und Ausgänge sowie Signalverarbeitung am Roboter
- Kommunikation und Zusammenspiel zwischen SPS und Roboter
- Simulation und Offline-Programmierung mit KUKA.Sim und iiQWorks.Sim
- Aufbau und Nutzung eines digitalen Zwillings der Roboterzelle
- Übertragung, Anpassung und Test der Programme an realen Robotersystemen
- Praxis an zwei KUKA-Roboterzellen mit KRC4 und KRC5
- Arbeiten mit KSS 8.7 sowie der aktuellen Systemumgebung mit KSS 9.3.3 und iiQWorks
- Vision-Anwendungen mit Kamerasystemen von Cognex und SensoPart
- Bauteilerkennung, Lagebestimmung, Merkmalsprüfung und Übergabe von Kameradaten
- Verknüpfung von Vision-Ergebnissen mit Roboterbewegungen und automatisierten Abläufen
- Fehlersuche, Programmtest und kontrollierte Inbetriebnahme der Roboterapplikation
Ergebnis des Moduls: Du kannst Roboterprogramme strukturiert erstellen, in der Simulation testen und auf reale Robotersysteme übertragen. Du verstehst das Zusammenspiel von Roboter, SPS, Vision-System und Anlagenprozess und kannst automatisierte Abläufe mit Offline-Programmierung, digitalem Zwilling und realer Robotertechnik umsetzen.
Ausführliche Informationen zu Inhalten, Ablauf und Förderung findest du auf der Seite zur Robotik-Weiterbildung mit AZAV-Förderung.
Was du nach der Weiterbildung kannst
Nach Abschluss der Weiterbildung bist du in der Lage:
-
SPS-Programme strukturiert zu erstellen und zu diagnostizieren
-
Roboterprogramme zu planen, zu simulieren und umzusetzen
-
SPS und Robotik in automatisierten Anlagen sinnvoll zu kombinieren
-
Automatisierungsprozesse zu analysieren und zu optimieren
-
Aufgaben in Inbetriebnahme, Produktion oder Instandhaltung zu übernehmen
Für wen ist die Weiterbildung geeignet?
Der Kurs richtet sich an dich, wenn du:
-
aus Industrie, Technik oder Produktion kommst
-
als Quereinsteiger in die Automatisierungstechnik einsteigen willst
-
SPS- und Robotikkenntnisse kombinieren möchtest
-
mit einem Bildungsgutschein gefördert wirst
FÖRDERUNG
PAR:SET ist ein zugelassener Bildungsträger nach AZAV. Die Gesamtmaßnahme ist ebenfalls nach AZAV zugelassen und kann bei Vorliegen der persönlichen Voraussetzungen vollständig oder anteilig gefördert werden.
Für Arbeitssuchende oder von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen:
Informationen zur möglichen vollständigen Kostenübernahme findest du unter Weiterbildung mit Bildungsgutschein.
Für Beschäftigte und Unternehmen:
Informationen zu möglichen Zuschüssen zu Lehrgangskosten und Arbeitsentgelt findest du unter Weiterbildungsförderung für Unternehmen.
DEIN NÄCHSTER SCHRITT
Wenn du wissen willst, welcher Einstieg für dich passt oder wann der nächste Kurs startet, melde dich gerne für ein persönliches Beratungsgespräch.
Du möchtest die Gesamtmaßnahme zunächst mit den einzelnen Weiterbildungswegen vergleichen? Zurück zum Überblick der Weiterbildung Automatisierungstechnik mit SPS und Robotik.